Sterilisation des Mannes (Vasektomie)

Die Sterilisation des Mannes (Vasektomie) ist die sicherste Methode der Empfängnisverhütung (siehe Pearl-Index). Der Mann sollte sich jedoch über die Entgültigkeit dieses Eingriffs im Klaren sein. Die Möglichkeit die Vasektomie rückgängig zu machen, also die Samenleiter in einem komplizierten Eingriff wieder zu verbinden, scheitert in den meisten Fällen und dies um so mehr, je länger die Sterilisation zurückliegt.

 

Wer darf sich sterilisieren lassen?

In Deutschland darf jeder volljährige Mann den Eingriff (sogar ohne Angabe von Gründen) vornehmen lassen. Üblicherweise fragt der Arzt nach, ob sich der Kandidat (zumal wenn er noch sehr jung ist) wirklich sicher ist, diesen endgültigen Schritt zu tun.
Eine Einverständniserklärung muss in jedem Fall unterschrieben werden. Verheiratete Männer sollten diese weit reichende Entscheidung unbedingt erst nach Absprache mit der Ehefrau treffen. Ein schriftliches Einverständnis der Ehefrau ist allerdings nicht erforderlich.

 

Wie verläuft die Operation?

Die Operation erfolgt unter örtlicher Betäubung und dauert ca. 30 Minuten. Der Arzt ertastet nach der Betäubung den Samenleiter, der auf der Rückseite des Hodens verläuft. Nach der genauen Lokalisierung und Fixierung des Samenleiters erfolgt ein kleiner Schnitt, um eine "Schlaufe" des Samenleiters herauszuziehen. Aus dem Samenleiter wird nun ein Stück von ca. 2-4 cm entfernt. Die Enden des Samenleiters werden verschlossen und der Hautschnitt mit einem Stich genäht.

 

Es wird weiterhin Samen produziert

Da durch die Vasektomie nur eine Unterbrechung der Samenleiter vorgenommen wird, werden natürlich auch weiterhin Samenzellen produziert.
Da diese nicht mehr ausgestoßen werden, erfolgt die Bildung neuer Samenzellen insgesamt langsamer. In den Nebenhoden werden sie dann absorbiert und von speziellen Zellen abgebaut. Das funktioniert ohne irgendwelche Nebenwirkungen.

 

Unterschied Sterilisation - Kastration

Bei der Sterilisation wird den Samenzellen lediglich der Weg nach draußen mittels einer Unterbrechung des Samenleiters versperrt, sonst ändert sich nichts.
Bei einer Kastration werden aber die Hoden entfernt. Das hat zur Folge, dass sich der Hormonhaushalt und alles was damit zusammenhängt radikal ändert: Zeugungsunfähigkeit, verminderte Libido (sexuelles Interesse), vermehrter Fettansatz, mehr oder weniger schwere seelische Störungen wie Depressionen etwa.

 

Hat der Eingriff Auswirkungen beim Geschlechtsverkehr?

Da sich am Hormonhaushalt nichts ändert, ändert sich auch nichts an der Sexualität, am Lustempfinden oder an der Potenz.

Im Gegenteil:

Da die Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft nach einer Sterilisation nicht mehr besteht, berichten viele Paare sogar von einem erfüllteren, freieren Sexualleben, als zuvor.

Der Samenerguss:

Bei einem "normalen" Samenerguss macht der Anteil der Samenzellen maximal nur 5% aus. Die Menge ist nach der Sterilisation also nur unmerklich geringer. Der Hauptteil des Ergusses besteht aus Sekreten, die im Bereich der Prostata und der Samenbläschen gebildet werden. Da sich daran durch den Eingriff ja überhaupt nichts ändert, ändert sich folglich auch nichts am Aussehen, am Geruch, an der Farbe oder der Konsistenz.
Sie werden das Fehlen der max. 5% Samenzellen gar nicht merken.

 

Arbeitsunfähigkeit

Je nach beruflicher Tätigkeit dauert die Arbeitsunfähigkeit maximal 1- 2 Tage. Allzu belastende Tätigkeiten oder Sportarten sollten für 3-4 Tage vermieden werden. Wenn Sie den Eingriff an einem Freitag vornehmen lassen, können Sie normalerweise am Montag wieder arbeiten gehen.

 

Heilungsverlauf

  • Nach der Operation können Sie nach Hause gehen. Sie sollten daheim nochmals einige Stunden ruhen.
  • Es ist möglich, dass in seltenen Fällen nach der Operation in einem oder in beiden Fächern des Hodensackes ein leichter Bluterguss auftritt. Dies ist kein Grund zur Beunruhigung.
  • In den ersten fünf Tagen nach der Operation sollten die Wunden nicht feucht werden.
  • Sie dürfen also keine Vollbäder oder Sitzbäder machen. Zum Duschen müssen Sie die Nahtstellen mit den speziellen "Bioclusive-Folie", welche Sie von uns beziehen können, abdecken.

 

Geschlechtsverkehr

Der Geschlechtsverkehr kann wieder aufgenommen werden, wenn Sie sich dazu in der Lage fühlen. Da jedoch nach der Operation noch für ca. 12 Wochen lebende Samenzellen vorhanden sein können, müssen in dieser Zeitperiode unbedingt schwangerschaftsverhütende Maßnahmen angewendet werden.

Ungeschützter Geschlechtsverkehr sollte erst stattfinden, wenn die Untersuchung des Samenergusses zeigt, dass keine lebenden Samenzellen mehr vorhanden sind.

 

Schmerzen nach der OP

Nach der Operation können leichte Schmerzen auftreten die in den Unterleib ausstrahlen. Diesen wird mit normalen Schmerzmitteln begegnet.

Sollten Schwellungen oder Blutergüsse auftreten sind die Mittel der Wahl:

  • Schonen
  • Hochlagern
  • Kühlen mit Eisbeutel oder Kompresse

 

Spätfolgen

Es zeigt sich kein erhöhtes Risiko für Prostata- oder Hodenkrebs durch eine Sterilisation.

 

Wie lange muss noch verhütet werden?

Im Gegensatz zur Frau ist der Mann nach der Sterilisation nicht sofort zeugungsunfähig. Noch Wochen oder Monate später können lebensfähige Spermien in dem Abschnitt hinter der Operationsstelle vorkommen und zur Befruchtung führen.
Deshalb ist es zwingend notwendig, eine erste Spermaprobe nach 4-8 Wochen untersuchen zu lassen. Ist diese Probe spermienfrei, wird nach ca. 10 Tagen eine zweite Probe untersucht. Ist auch diese frei, dann darf auf Verhütungsmittel verzichtet werden. Solange gilt der Mann noch als zeugungsfähig!

 

Pearl-Index

Die Sicherheit einer Methode wird mit dem sogenannten Pearl-Index angegeben. Das ist die Versagerquote der gewählten Methode. Damit lässt sich die Sicherheit der verschiedenen Methoden untereinander vergleichen. Der Pearl-Index gibt die Anzahl der Schwangerschaften pro 100 Frauen an, die eine Verhütungsmethode ein Jahr lang anwenden (= 1200 Anwendungsmonate resp. Zyklen). Oder anders ausgedrückt: Die Anzahl der Schwangerschaften pro 100 Frauenjahre. Es handelt sich lediglich um Durchschnittswerte, individuelle Abweichungen sind durchaus möglich.

 

Verhütungsmethode Pearl-Index
Sterilisation des Mannes 0,1
Sterilisation der Frau 0,2 - 0,3
Pille (Ovulationshemmer) 0,1 - 2
Minipille 0,3 - 4,0
Hormonspirale 0,2 - 0,5
Kupferspirale 0,3 - 3,0
Dreimonatsspritze 0,1 - 1,2
Kondom, Femidom 0,9 - 14
Implanon-Verhütungsstick < 0,1
Diaphragma mit spermizider Creme 2 - 18
Basaltemperaturmethode 2 - 10
Kalendermethode 15 - 35
Pille danach 2 - 25
Hormoncomputer 6
Temperaturcomputer 2 - 10
Symptothermalmethode
< 5,0
Chemische Verhütungsmittel 8 - 38
Koitus Interruptus 8 - 18
Keine Verhütung 85

 

 

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